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Experten-Sprechstunde

Zahnarztangst bei Kindern

Dr. Thomas Kropp

In dieser Experten-Sprechstunde beantwortet ein Experte Fragen von Patienten zum Thema Zahnarztangst bei Kindern

Oftmals wird die Angst vor dem Zahnarzt von den Eltern auf die Kinder übertragen. Kinder lernen durch Beispiel. Wenn die Eltern regelmäßig zum Zahnarzt gehen und diesen Besuch als problemlos ansehen, sollten keine Schwierigkeiten zu erwarten sein, wenn das Kind beim Zahnarzt untersucht werden soll. In Ihrem Fall ist es allerdings notwendig, das Kind langsam an einen Zahnarztbesuch zu gewöhnen, damit es die bereits aufgebaute Angst wieder verliert. In der ersten Sitzung wird ein Kind mit großer Angst nicht behandelt, es soll anfangs nur die Umgebung und den Zahnarzt kennenlernen, sich möglichst schon einmal spielerisch mit dem Behandlungsstuhl anfreunden und die Praxisräume kennenlernen. Erst bei einem zweiten Besuch - zu dem das Kind in der Regel schon deutlich ruhiger ist - wird der Zustand des Gebisses untersucht. In der dritten Sitzung hat das Kind meist so viel Vertrauen aufgebaut, dass eine Behandlung möglich wird.
Das hängt davon ab, wie Ihre Tochter auf eine Zahnarztbehandlung reagiert. Es gibt Kinder, die auch bei Eingriffen, die einige Zeit in Anspruch nehmen, die Behandlung geduldig über sich ergehen lassen. Manche Kinder sind allerdings weniger belastbar, so dass mehrere Sitzungen sicher sinnvoller sind. Zum dritten gibt es Kinder, bei denen die Zahnarztangst so stark ausgeprägt ist, dass eine Behandlung in Vollnarkose anzuraten ist, um dem Kind eine ausgeprägte Stresssituation zu ersparen. In jedem Falle muss ein Zahnarzt individuell auf ein Kind reagieren und einfühlsam auf dessen Stärken und Schwächen eingehen. Ein Gespräch mit dem Zahnarzt im Vorfeld der Gebiss-Sanierung erscheint mir deshalb angeraten.
Ich befürchte, dass der Zahnarzt möglicherweise ohne Betäubung gebohrt hat und ihr Sohn dabei Schmerzen hatte. Schade, denn so zementiert man Zahnarztangst bei Kindern. Gerade bei Kindern sollte besonderes Augenmerk auf eine schmerzfreie Behandlung gelegt werden. Selbst wenn ein Kind Angst vor Injektionsnadeln und Einstichen hat - es gibt heute nadelfreie, fast schmerzfreie Betäubungsverfahren, die genauso gut wirken. Dabei wird das Betäubungsmittel mit Druck ins Gewebe gepresst. In ihrem Fall sollten Sie Ihren Zahnarzt vor einer weiteren Behandlung Ihres Sohnes um ein Gespräch bitten und eindringlich darauf bestehen, dass Ihr Kind schmerzfrei behandelt wird. Leider wird es nicht unproblematisch werden, dass Ihr Sohn die Zahnarztangst wieder verliert. Dazu ist es meines Erachtens notwendig, ihn schrittweise und spielerisch wieder an die Zahnarztbehandlung heranzuführen. Im schlimmsten Fall bleibt als Ausweg auch, weitere Behandlungen in Vollnarkose vornehmen zu lassen.

Vielleicht mögen Sie jetzt lachen, aber ein Kind gehört praktisch ab dem ersten durchgebrochenen Zahn zum Zahnarzt. Je früher ein Kind zum Zahnarzt geht, je früher Ihr Zahnarzt das Gebiss kontrolliert, desto besser greifen prophylaktische Maßnahmen, sollten diese notwendig werden. Auch beim Milchgebiss gilt: Vorbeugen ist besser als heilen. Prophylaktische Maßnahmen und regelmäßige Kontrollen sind bei Kindern mindestens ebenso wichtig wie bei Erwachsenen mit bleibenden Zähnen. Denken Sie bitte auch an etwaige Zahnfehlstellungen: je früher diese erkannt wird, desto einfacher ist es in vielen Fällen, diese zu beheben.

Ein weiterer großer Vorteil, wenn Kinder schon sehr früh zur Gebisskontrolle vorgestellt werden: sie entwickeln keine Zahnarztangst, denn diese Kontrolltermine werden seitens des Zahnarztes und Praxispersonals kindgerecht vermittelt und auf individuelle Bedürfnisse eingegangen. Das Kind erlebt den Zahnarztbesuch von Anfang an als positiv und angstfrei, so dass eine später vielleicht notwendige Behandlung nicht als bedrohlich empfunden wird.

Ihre Sorge ist unbegründet. Gehen Sie mit Ihrer Tochter zu einem Kontrollbesuch zum Zahnarzt. Bei so kleinen Kindern wird der Zahnarztbesuch zum sprichwörtlichen Kinderspiel, denn das Praxispersonal und der Zahnarzt werden der Routinekontrolle einen kindlichen Eventcharakter verleihen. Behandlungsmaßnahmen sind in einem so frühen Alter in den allermeisten Fällen überflüssig, so dass es bei einer Routinekontrolle des Gebisses bleibt und ihr Kind keinerlei Angst empfinden wird.
Sprechen Sie im Vorfeld auf jeden Fall mit Ihrem Zahnarzt. Ein guter Behandler wird auf die Ängste des Kindes reagieren und einfühlsam mit der Situation umgehen. Wenn die Ängste Ihres Sohnes sehr groß sein sollten, reicht möglicherweise eine lokale Betäubung nicht, um das Kind vor der Angst zu bewahren. Auch, wenn es während der Behandlung keine Schmerzen verspürt, führen die Verwendung von Injektionsnadeln und gerade das Ziehen von bleibenden Zähnen bei Kindern nicht selten zu Traumatisierungen. In diesem Falle ist es bestimmt angeraten, eine Behandlung im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose vorzunehmen, um dem Kind Schmerzen und Stress bei einem derartigen Eingriff weitestgehend zu ersparen, auf den schon Erwachsene oft genug mit großer Angst reagieren.
Ihre Freundin macht es genau richtig! Auch ein Milchgebiss muss regelmäßig in vierteljährlichen Abständen kontrolliert werden. Wenn ein Kind Zahnschmerzen hat, ist die Karies schon sehr weit fortgeschritten und in jedem Falle behandlungsbedürftig, wenn der Zahn sogar überhaupt erhalten werden kann. So weit muss es aber nicht kommen, wenn das Kind regelmäßig dem Zahnarzt vorgestellt wird. Er kann Ihnen auch Ratschläge bezüglich der Ernährung Ihres Kindes geben, was der Zahnentwicklung förderlich ist und die Zahngesundheit erhält. Beim Zahnarzt wird zum Beispiel auch der richtige Umgang mit der Zahnbürste vermittelt. Zögern Sie nicht und vereinbaren Sie für Ihre Tochter einen Termin beim Zahnarzt. Maßnahmen wie die richtige Ernährung und Putztechnik sowie eine vierteljährliche Gebisskontrolle in Verbindung mit einer professionellen Zahnreinigung und Fluoridierung bei Ihrem Zahnarzt verhindern die meisten Zahnschäden bei Kindern.

Die Experten-Sprechstunde dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose und ersetzt eine Behandlung weder medizinisch noch rechtlich. Die Antworten spiegeln die Meinung des Autors wider und nicht die der Betreiber von www.pluspatient.de


Zahnarzt
Dr. Thomas Kropp

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