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Experten-Sprechstunde

Verträglichkeit von Zahnmaterialien

Dr. Joachim Hornig

In dieser Experten-Sprechstunde beantwortet ein Experte Fragen von Patienten zum Thema Verträglichkeit von Zahnmaterialien

Anstelle von Amalgam werden zumeist Verbundwerkstoffe (Composites, bestehend aus Acryl mit Glas-, Keramik- oder Quarzteilchen) oder Edelmetalle wie Gold verwendet. Der Nachteil von Composites ist, dass das Material beim Aushärten schrumpft und deshalb haarfeine Spalten zwischen Zahn und Füllmaterial entstehen. Die Verlustrate von Composite-Füllungen ist deswegen nicht unerheblich. Der qualitativ hochwertigste Werkstoff ist dagegen Keramik. Hier hat sich Zirkonoxid durchgesetzt, eine High-Tech-Werkstoff mit den gleichen optischen Eigenschaften wie dem natürlichen Zahnmaterial, äußerst stabil und bruchsicher und darüber hinaus für den Organismus sehr gut verträglich, da es biokompatibel ist. Zirkonoxid ist auch als Anti-Allergie-Keramik bekannt.
Es stimmt, Gold lässt sich besonders gut verarbeiten und hat sich seit Jahren bewährt. Metalle im Mund sind aber immer ein Risiko. Zum einen kommt es zu Wechselwirkungen mit anderen Metallen, zum Beispiel Amalgamfüllungen, zum anderen kann auch Gold wie alle Metalle Allergien auslösen. Außerdem stört natürlich der optische Aspekt erheblich, denn wie Amalgam ist Gold als Füllmaterial sehr gut sichtbar. Die Alternative heißt auch hier Keramik - am besten eignet sich das schon erwähnte Zirkonoxid.
Suchen Sie das persönliche Gespräch mit Ihrem Zahnarzt. Er kann Ihnen sämtliche Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien erklären. Falls Sie Unverträglichkeiten befürchten, sollten Sie in jedem Falle einen Verträglichkeitstest durchführen lassen (LTT, Lymphocyten-Transformationstest). Auch optische Erwägungen sind für die meisten Patienten nicht unerheblich. Wenn Sie auf eine optimale Ästhetik nicht verzichten möchten, führt eigentlich kein Weg an vollkeramischem Zahnersatz vorbei.
Auf jeden Fall sollten Sie mit Ihrem Zahnarzt darüber sprechen! Bei Unverträglichkeiten gegen bestimmte Zahnersatzmaterialien (z. B. Metallen, Composite und Metalllegierungen wie Amalgam) kommt es teilweise zu sehr heftigen allergischen Reaktionen, die sich wie in den von Ihnen beschriebenen Symptomen oder schlimmer äußern. Aber auch, wenn Sie keinen Zahnersatz im Mund haben, mögen die beschriebenen Symptome auf eine unerkannte Karies oder Parodontitis hindeuten. Warten Sie keinesfalls länger und lassen Sie sich gründlich von Ihrem Zahnarzt untersuchen.
Nein, denn die möglichen Risiken sind sehr gut bekannt! Der Zusammenhang zwischen Amalgam (genauer: Quecksilber- und Zinn-Ionen) im Speichel und Krankheitssymptomen wurde schon vor etlichen Jahren thematisiert und ist durch Befragungen und Tests bei Patienten sowie durch Tierversuche eindeutig nachgewiesen worden. In einigen Ländern ist die Verwendung von Amalgam deshalb bereits eingeschränkt bzw. gesetzlich nicht mehr erlaubt. Auch Zahnersatz aus Edelmetall oder Composite setzt giftige Substanzen frei, weshalb die Verwendung dieser Materialien nur sehr eingeschränkt zu empfehlen ist. Am besten ist der Einsatz von vollkeramischem Zahnersatz, genauer von Zirkonoxid, welches die beste Bioverträglichkeit aufweist.
Die Amalgam-Bestandteile Quecksilber und Zinn können neurologische Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit und Leistungsminderung hervorrufen. Schwindel und Übelkeit, Kopfschmerzen und Orientierungsprobleme können ebenfalls auftreten, teilweise so schwer, dass man vom Chronic fatigue syndrome (CFS) spricht. Composite und Composite-Kleber sowie Metalle verursachen Reizungen und Entzündungen im Mund- und Verdauungsbereich.

Die Experten-Sprechstunde dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose und ersetzt eine Behandlung weder medizinisch noch rechtlich. Die Antworten spiegeln die Meinung des Autors wider und nicht die der Betreiber von www.pluspatient.de

Zuletzt aktualisiert am: 25.02.2020

Zahnarzt
Dr. Joachim Hornig

Parodontologie, Wurzelbehandlung & Prophylaxe


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