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Expertensprechstunde:

Verträglichkeit von Zahnmaterialien

Der Zahnarzt Dr. Hornig aus Berlin beantwortet uns im Rahmen dieser Expertensprechstunde Fragen von Patienten.

 

> zum Experten-Profil von Herrn Dr. Hornig

Das Thema “Amalgam-Sanierung“ ist buchstäblich in aller Munde. Gibt es denn wirklich sinnvolle Alternativen zu Amalgam?

Anstelle von Amalgam werden zumeist Verbundwerkstoffe (Composites, bestehend aus Acryl mit Glas-, Keramik- oder Quarzteilchen) oder Edelmetalle wie Gold verwendet. Der Nachteil von Composites ist, dass das Material beim Aushärten schrumpft und deshalb haarfeine Spalten zwischen Zahn und Füllmaterial entstehen. Die Verlustrate von Composite-Füllungen ist deswegen nicht unerheblich. Der qualitativ hochwertigste Werkstoff ist dagegen Keramik. Hier hat sich Zirkonoxid durchgesetzt, eine High-Tech-Werkstoff mit den gleichen optischen Eigenschaften wie dem natürlichen Zahnmaterial, äußerst stabil und bruchsicher und darüber hinaus für den Organismus sehr gut verträglich, da es biokompatibel ist. Zirkonoxid ist auch als Anti-Allergie-Keramik bekannt.

Mein Zahnarzt möchte mir eine Krone aus Gold einsetzen. Er sagt, Gold lässt sich hervorragend bearbeiten und eignet sich deshalb besonders für mich. Ich möchte aber eigentlich lieber eine zahnfarbene Krone. Was raten Sie mir?

Es stimmt, Gold lässt sich besonders gut verarbeiten und hat sich seit Jahren bewährt. Metalle im Mund sind aber immer ein Risiko. Zum einen kommt es zu Wechselwirkungen mit anderen Metallen, zum Beispiel Amalgamfüllungen, zum anderen kann auch Gold wie alle Metalle Allergien auslösen. Außerdem stört natürlich der optische Aspekt erheblich, denn wie Amalgam ist Gold als Füllmaterial sehr gut sichtbar. Die Alternative heißt auch hier Keramik - am besten eignet sich das schon erwähnte Zirkonoxid.

Wie finde ich heraus, welcher Zahnersatz am besten für mich ist?

Suchen Sie das persönliche Gespräch mit Ihrem Zahnarzt. Er kann Ihnen  sämtliche Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien erklären. Falls Sie Unverträglichkeiten befürchten, sollten Sie in jedem Falle einen Verträglichkeitstest durchführen lassen (LTT, Lymphocyten-Transformationstest). Auch optische Erwägungen sind für die meisten Patienten nicht unerheblich. Wenn Sie auf eine optimale Ästhetik nicht verzichten möchten, führt eigentlich kein Weg an vollkeramischem Zahnersatz vorbei.

Ich leide schon seit fast einem Jahr regelmäßig an Übelkeit, Kopfschmerzen und sonstigem Unwohlsein. Ich habe jetzt schon ein halbes Dutzend Ärzte aufgesucht - ohne irgendeinen Erfolg. Ein Bekannter sagte mir neulich, ich sollte mal meinen Zahnarzt darauf ansprechen. Kann das denn alles mit meinen Zähnen zusammenhängen?

Auf jeden Fall sollten Sie mit Ihrem Zahnarzt darüber sprechen! Bei Unverträglichkeiten gegen bestimmte Zahnersatzmaterialien (z. B. Metallen, Composite und Metalllegierungen wie Amalgam) kommt es teilweise zu sehr heftigen allergischen Reaktionen, die sich wie in den von Ihnen beschriebenen Symptomen  oder schlimmer äußern. Aber auch, wenn Sie keinen Zahnersatz im Mund haben, mögen die beschriebenen Symptome auf eine unerkannte Karies oder Parodontitis hindeuten. Warten Sie keinesfalls länger und lassen Sie sich gründlich von Ihrem Zahnarzt untersuchen.

In der Zeitung habe ich gelesen, mögliche gesundheitliche Risiken bei der Verwendung von Zahnersatz-Materialien seien noch gar nicht genau bekannt. Stimmt das?

Nein, denn die möglichen Risiken sind sehr gut bekannt! Der Zusammenhang zwischen Amalgam (genauer: Quecksilber- und Zinn-Ionen) im Speichel und Krankheitssymptomen wurde schon vor etlichen Jahren thematisiert und ist durch Befragungen und Tests bei Patienten sowie durch Tierversuche eindeutig nachgewiesen worden. In einigen Ländern ist die Verwendung von Amalgam deshalb bereits eingeschränkt bzw. gesetzlich nicht mehr erlaubt. Auch Zahnersatz aus Edelmetall oder Composite setzt giftige Substanzen frei, weshalb die Verwendung dieser Materialien nur sehr eingeschränkt zu empfehlen ist. Am besten ist der Einsatz von vollkeramischem Zahnersatz, genauer von Zirkonoxid, welches die beste Bioverträglichkeit aufweist.

Welche Beschwerden treten beim Einsatz von unverträglichen Zahn-Materialien auf?

Die Amalgam-Bestandteile Quecksilber und Zinn können neurologische Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit und Leistungsminderung hervorrufen. Schwindel und Übelkeit, Kopfschmerzen und Orientierungsprobleme können ebenfalls auftreten, teilweise so schwer, dass man vom Chronic fatigue syndrome (CFS) spricht. Composite und Composite-Kleber sowie Metalle verursachen Reizungen und Entzündungen im Mund- und Verdauungsbereich.

Mehr Informationen

Weiterführende Informationen zum Thema "Verträglichkeit von Zahnmaterialien" oder zu unserem Experten, dem Zahnarzt Dr. Joachim Hornig aus Berlin, finden Sie hier:

> zum Experten-Profil von Herrn Dr. Hornig

> zur Praxis-Homepage

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