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Experten-Sprechstunde

Periimplantitis - Von den Ursachen bis zur Behandlung

 Astrid Dick

In dieser Experten-Sprechstunde beantwortet ein Experte Fragen von Patienten zum Thema Periimplantitis - Von den Ursachen bis zur Behandlung

Als Periimplantitis bezeichnet man die fortgeschrittene Entzündung des Zahnfleisches, die um ein Zahnimplantat herum auftritt. Diese Entzündung kann sich in die Tiefe ausbreiten und Kieferknochenabbau verursachen. Wird Sie nicht behandelt, kann eine Periimplantitis sogar zum Implantatverlust führen. Sie ist eine der Risiken von Zahnimplantaten, dessen sich viele Patienten nicht bewusst sind.

Die Ursachen für eine Periimplantitis sind bakterielle Beläge, die sich zwischen Zahnimplantat und Zahnfleisch anlagern. Diese Anlagerung von Bakterien führt zum Abbau des Kieferknochens.

Eine unzureichende Mundhygiene ist somit einer der Gründe, durch die Periimplantitis entsteht. Die Entzündung wird zudem durch folgende Faktoren gefördert:

  • Rauchen
  • Diabetes
  • Unregelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt
  • Mangelhaftes Einheilen von Zahnimplantaten im Kieferknochen
  • Allgemeine Erkrankungen, wie Osteoporose
  • Stress
  • Hormonelle Veränderungen
  • Medikamente, wie z. B. Immunsuppresiva
  • Unzureichende Zahn- und Implantatpflege
  • Unbehandelte Parodontitis oder parodontale Vorgeschichte

Eine Periimplantitis äußert sich zunächst durch Schmerzen am Zahnimplantat sowie durch rotes und geschwollenes Zahnfleisch – Ähnlich wie bei einer Parodontitis.

Weicht Ihr Zahnfleisch bereits zurück und Sie merken, dass Ihr Zahnimplantat locker ist, sind dies bereits Anzeichen einer fortgeschrittenen Periimplantitis.

Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt von sehr großer Bedeutung. In der Praxis können die Tiefe der Zahnfleischtaschen und das Risiko einer Entzündung bestimmt werden.

Mit Hilfe eines sogenannten Markertests, dem ImplantSafe®, kann innerhalb weniger Minuten festgestellt werden, ob das Risiko von parodontalem Gewebeabbau vorliegt. Auch versteckter oraler Knochenabbau kann auf diese Weise frühzeitig erkannt werden. Bei diesem Test wird gemessen, ob ein erhöhter Kollagenase-Wert (aMMP-8) vorliegt. Kollagenasen sind körpereigene Stoffe, die für Gewebeabbau verantwortlich sind.
Der Zahnarzt nimmt in der Praxis mit Hilfe eines Teststreifens eine Probe direkt am Zahnimplantat. Diese gibt innerhalb weniger Minuten Auskunft darüber, ob für Ihr Zahnimplantat ein erhöhtes Risiko für Gewebeabbau besteht. Der ImplantSafe®-Markertest ist absolut schmerzfrei.
Eine Periimplantitis hat Kieferknochenschwund zur Folge. Der abgebaute Kieferknochen kann nicht von selbst regenerieren. In einigen Fällen wird sogar so viel Knochen abgebaut, dass es zum Verlust des Zahnimplantates kommen kann.

Das Ziel einer Periimplantitistherapie ist die Beseitigung der bakteriellen Zahnbeläge, die für die Entzündung verantwortlich sind. Je nach Ausmaß kommen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Frage:

  • Im Frühstadium einer Periimplantitis können spezielle Spüllösungen und regelmäßige professionelle Zahnreinigungen helfen. Auch die Anwendung von Antibiotika ist in manchen Fällen notwendig.
  • Mit Hilfe einer Laserbehandlung (PTT – photothermische Therapie) können sowohl schädliche Keime und Bakterien abgetötet und der weitere Gewebeabbau verhindert werden
  • Bei einer fortgeschrittenen Periimplantitis und bereits vorhandenem Kieferknochenabbau ist ein zusätzlicher chirurgischer Eingriff notwendig. Auf diese Weise werden entstandene Knochentaschen wieder aufgefüllt und das Zahnimplantat wieder im Knochen fest verankert.
  • Achten Sie stets auf eine gründliche Mundhygiene
  • Nehmen Sie regelmäßige zahnärztliche Kontrollen in Anspruch
  • Lassen Sie regelmäßige professionelle Zahn- und Implantatreinigungen von Ihrem Zahnarzt vornehmen
  • Gehen Sie stets zu Ihren Nachsorgeterminen

Grundsätzlich können Sie eine Entzündung vermeiden, indem Sie auf die gründliche Reinigung Ihrer Zähne und Ihres Implantates achten. Lassen Sie es nicht zur Anlagerung von Bakterien kommen.

Bei Risikopatienten sollte bei zahnärztlichen Kontrollen regelmäßig ein Markertest (aMMP-8) durchgeführt werden. Auf diese Weise kann der Erhalt des Zahnimplantates sichergestellt und Periimplantitis vorgebeugt werden.

Die Experten-Sprechstunde dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose und ersetzt eine Behandlung weder medizinisch noch rechtlich. Die Antworten spiegeln die Meinung des Autors wider und nicht die der Betreiber von www.pluspatient.de

Zuletzt aktualisiert am: 25.02.2020

Zahnärztin
Astrid Dick

Parodontologie, Ästhetische Zahnmedizin, Zahnersatz


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