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Experten-Sprechstunde

Morbus Crohn - Symptome, Ursachen & Behandlung

 Stephanie Gold

In dieser Experten-Sprechstunde beantwortet ein Experte Fragen von Patienten zum Thema Morbus Crohn - Symptome, Ursachen & Behandlung

So einfach zu beantworten ist diese Frage nicht, denn Durchfall und Bauchschmerzen sind Symptome, die bei einer von Reihen Magen-Darm-Erkrankungen in Erscheinung treten. Auch bestimmte Viruserkrankungen oder Infekte können eine ähnliche Symptomatik aufweisen wie Morbus Crohn.

Um Morbus Crohn handelt es sich aber aller Wahrscheinlichkeit nach, wenn die Durchfälle in einer gewissen Regelmäßigkeit oder in Schüben wiederkehren, also einen chronischen Verlauf nehmen. Sie sind dann meist wässrig, schleimig und seltener auch blutig und werden von krampfartigen Bauchschmerzen im rechten Unterbauch begleitet. Die Krämpfe und Schmerzen treten dann auffällig häufig nach dem Essen oder vor dem Stuhlgang auf.

Wichtig ist, wenn der Verdacht im Raum steht oder die Beschwerden gehäuft und wiederkehrend auftreten, in jedem Fall einen Facharzt (Gastroenterologe) zu kontaktieren und die Beschwerden genauestens abklären zu lassen. Nur so kann mit Gewissheit von einer Morbus-Crohn-Erkrankung ausgegangen und eine Therapie eingeleitet werden.

Ja, die gibt es. Nicht nur die Form des Stuhlgangs sondern vor allem auch seine Häufigkeit spielt bei Morbus Crohn eine Rolle. So sind mehr als drei Stuhlentleerungen am Tag nicht untypisch. Infolgedessen verliert der Körper immer wieder an Wasser und kann Nährstoffe aus der Nahrung nicht speichern, sodass Morbus-Crohn-Patienten oft über Abgeschlagenheit klagen und an Gewicht verlieren. Daneben können auch Fieber und Appetitlosigkeit sowie Übelkeit und Erbrechen den Krankheitsverlauf begleiten.

Doch das Ausmaß der Beschwerden ist individuell sehr unterschiedlich und kann bei jedem Einzelnen unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Es gibt durchaus Patienten mit Morbus Crohn, die lange Zeit vollkommen beschwerdefrei leben.

Fakt ist jedoch, dass bei bis zu 50% Prozent der Morbus-Crohn-Patienten Begleiterkrankungen, sogenannte extraintestinale Manifestationen, auftreten. Am häufigsten sind hierbei Gallen- und Nierensteine sowie Gelenkserkrankungen zu beobachten. Auch Fisteln und Abszesse am After, Hautveränderungen, Rosazea und Entzündungen des Auges sowie die Abnahme der Knochendichte (Knochenschwund) können in Erscheinung treten und sollten von einem entsprechenden Facharzt therapiert werden.

Leider ist es nicht möglich betroffene Patienten von Morbus Crohn zu heilen. Deshalb konzentriert sich die Behandlung im Wesentlichen darauf die Erkrankung einzudämmen, Begleiterkrankungen zu therapieren und präventive Maßnahmen zu vermitteln. Dabei steht im Fokus die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und sein Leben bzw. seinen Alltag mit der Erkrankung zu vereinbaren.

Generell wird zwischen zwei Formen der Therapie von Morbus Crohn unterschieden: der Schubtherapie und der Remissionserhaltung. Erstere findet Anwendung bei der Behandlung akuter Krankheitsschübe, während die Zweite zum Ziel hat die Anzahl von Schüben zu reduzieren und die beschwerdefreien Phasen zu verlängern.

Von chirurgischen Eingriffen, wie der Resektion von Darmabschnitten, wird versucht, insofern es der individuelle Krankheitsverlauf zulässt, abzusehen. Dennoch wird bei vielen Betroffenen im Laufe der Zeit eine Operation notwendig, um vernarbte Darmabschnitte zu entfernen. Die konservative Therapie in Form von Medikamenten (TNF-?-Blocker und Immunsuppressiva) nimmt den größten Raum ein und wird durch begleitende Diäten bzw. eine Ernährungstherapie ergänzt.

Ja. Bei akuten Schüben eines Morbus Crohn hat sich die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), speziell die Akupunktur bewährt. Sie kann die Krankheitsaktivität senken und Schmerzen lindern und wird deshalb von vielen Ärzten als alternative und begleitende Behandlungsmethode zur Schulmedizin angesehen. Meist werden sechs bis zehn Therapiesitzungen empfohlen und mit einem ganzheitlichen TCM-Konzept (Moxibustation, Phytotherapie) kombiniert.

Auch Homöopathie wird von vielen Morbus-Crohn-Patienten in Erwägung gezogen. Hierzu fehlen allerdings wissenschaftliche Belege zur Wirksamkeit. Einen Versuch schadet es aber nicht.

Tatsächlich sind sich die beiden Krankheitsbilder Morbus Crohn und Colitis ulcerosa in ihrer Symptomatik recht ähnlich. Sie werden häufig auch als  chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) zusammengefasst. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Krankheitsbildern liegt jedoch in ihrer Lokalisation. Während bei Morbus Crohn der gesamte Verdauungstrakt, das heißt von der Mundhöhle bis zum After, betroffen sein kann, beschränkt sich die Colitis ulcerosa hingegen nur auf den Dickdarm und die Darmschleimhaut.

Man geht heute davon aus, dass Morbus Crohn vererbbar ist, da die Erkrankung auf ein verändertes Gen zurückgeführt werden kann. Dennoch ist das bei weitem weder eine zufriedenstellende noch ausreichende Antwort. Tatsächlich ist die Forschung noch im Unklaren darüber welche Ursachen Morbus Crohn genau hat. Neben den erblichen Faktoren können womöglich Einflüsse wie Rauchen, Ernährungsgewohnheiten, die Zusammensetzung der Darmflora einen Morbus Crohn verursachen. Auch eine Antibiotika-Behandlung, die in der Jugend durchgeführt wurde, wird als Auslöser diskutiert.

Bei länger anhaltendem Durchfall und Bauchschmerzen und ggfs. auch in Verbindung mit Gewichtsverlust, ist es in jedem Fall ratsam, die Beschwerden bei einem Arzt abklären zu lassen. Bei der Diagnoseerhebung wird nach den Ursachen der Beschwerden gesucht. Speziell Morbus Crohn ist aber schwierig zu erkennen, da die Symptome der Betroffenen stark variieren und nicht jedes genannte Symptom auch zwangläufig für eben nur diese Erkrankung steht.

Über die persönliche Befragung des Patienten hinaus, wird auch eine körperliche Untersuchung vorgenommen. Durch das Abtasten des Bauchs wird auf Schmerzempfindlichkeiten im Unterbauch und Verhärtungen hin gesucht. Hiernach folgt in der Regel eine Untersuchung des Analbereichs. Darüber hinaus müssen auch eine Stuhl- und Blutproben abgegeben werden.

Nach der Auswertung dieser Test und bei einem hinreichenden Verdacht auf Morbus Crohn finden auch diagnostische Mittel wie ein Ultraschall oder eine Darmspiegelung ihre Anwendung. Auf diese Weise wird sichergestellt, ob krankhafte Veränderungen des Darms oder Verdickungen der Darmwände vorliegen und ermöglicht eine klare Klassifizierung zwischen Morbus Crohn und Colititis ulcerosa vorzunehmen. Auch die Magnetresonanztomographie (MRT) kann weitere nützliche Informationen liefern.

Die Experten-Sprechstunde dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose und ersetzt eine Behandlung weder medizinisch noch rechtlich. Die Antworten spiegeln die Meinung des Autors wider und nicht die der Betreiber von www.pluspatient.de

Zuletzt aktualisiert am: 14.10.2020


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