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Experten-Sprechstunde

Leistenbruch (Leistenhernie)

 Jürgen Gabriel

In dieser Experten-Sprechstunde beantwortet ein Experte Fragen von Patienten zum Thema Leistenbruch (Leistenhernie)

Unter einem Leistenbruch oder einer Leistenhernie versteht man einen Bruch des Leistengewebes. Durch die entstandene Lücke im Gewebe drückt sich ein Teil des Bauchfells hindurch. Daraus resultiert der sogenannte Bruchsack, der sich als Beule im Leistenbereich sichtbar macht.

Die Leistengegend eines Menschen muss starkem Druck, wie zum Beispiel dem Heben schwerer Lasten, Husten oder starkem Stuhlgangpressen, standhalten. Dabei wird sie von der Bauch- und Beckenbodenmuskulatur sowie festem Bindegewebe unterstützt. Oft entstehen Leistenbrüche mit zunehmendem Alter, wenn Muskulatur und Bindegewebe an Festigkeit verlieren. 
Grundsätzlich lassen sich keine genauen Ursachen für einen Leistenbruch definieren. Einige Faktoren können das Risiko für einen Leistenbruch jedoch deutlich erhöhen: 

- chronische Verstopfung 
- Übergewicht 
- chronischer Husten
- Schwangerschaften 
- Prostatavergrößerung 
- ständiges Heben schwerer Lasten

Die Symptome eines Leistenbruchs sind unterschiedlich und hängen von der Größe des vorliegenden Bruchs ab. Grundsätzlich lässt sich ein Leistenbruch durch eine Auswölbung oder Beule im Bereich der Leiste erkennen. Hinzu können leichte ziehende Schmerzen bis hin zu starken Bauchschmerzen kommen, was abhängig ist von der Größe und Art des Bruches. In manchen Fällen schieben sich Teile des Darms oder innere Organe in den Bruchsack und werden eingeklemmt. Häufig kommt es dann zu starken Schmerzen in der Leistengegend sowie Fieber und Übelkeit, was ein sofortiges Aufsuchen eines Arztes erfordert. Kleinere Leistenbrüche können sich mit leichten bis garkeinen Schmerzen äußern und bleiben oft jahrelang unentdeckt.

In der Regel ist ein Leistenbruch, sofern er behandelt wird, nicht gefährlich. Wirkliche Gefahren gehen von einem Leistenbruch aus, wenn Gewebe eingeklemmt und von der Blutzufuhr abgeschnitten werden.

Ja, ein Leistenbruch ist auch bei Kindern möglich. Oft wird dieser aber schnell und frühzeitig beim Wickeln oder Waschen entdeckt und stellt bei Behandlung keine größeren, gesundheitlichen Risiken dar.

Ein Leistenbruch sollte auf jeden Fall von einem Arzt behandelt und nicht ignoriert werden. Durch eine ausbleibende Behandlung des Bruches kann dieser immer größer werden und im schlimmsten Fall Organe einklemmen. Bei Männern kann ein nicht behandelter Leistenbruch beispielsweise sogar zu einem Hodenbruch fortschreiten.

Sollten Sie einen Leistenbruch bei sich entdeckt haben, ist es sinnvoll einen Chirurgen aufzusuchen, da Leistenbrüche heutzutage fast ausschließlich operativ behandelt werden.

In der modernen Medizin werden Leistenbrüche operativ behoben. Welches Operationsverfahren zum Einsatz kommt, muss individuell entschieden werden und ist von Fall zu Fall unterschiedlich. 

Grundsätzlich gibt es zwei Verfahren, die sich in der Praxis bewährt haben. Das Einsetzen eines Kunststoffnetzes zur Stärkung Ihrer Bauchwand und zur Schließung der Bruchpforte, kann endoskopisch oder durch einen kleinen Schnitt in Ihrer Leiste eingesetzt werden.

Das Beheben eines Leistenbruchs durch das sogenannte Naht-Verfahren erfolgt über einen Schnitt in der Leiste durch die Bauchdecke. Anschließend werden alle Schichten Ihrer Bauchwand und Ihres Leistenkanals vernäht.

Die Operation zur Behebung eines Leistenbruches gehört heutzutage zu den Routineoperationen eines Chirurgen. Trotzdem kann es, wie bei allen Operationen, zu Wundinfektionen, Nachblutungen oder Komplikationen während der Narkose kommen.

Wie nach jeder Operation bei der Schnitte gemacht werden, sollten Sie sich auch nach einer Leistenbruch-Operation ungefähr zwei Wochen schonen und in dieser Zeit keine schweren Lasten heben, um die alte Bruch- und Operationsstelle nicht unnötig zu belasten.

Am 2. Tag nach der Operation sollte ihr Hausarzt die Wunde begutachten. Sollte es keine Komplikationen bezüglich der Wundheilung geben, dürfen Sie ab dem 2. Tag nach dem Eingriff wieder Duschen. Nach 10 Tagen werden die Fäden gezogen und Sie können Ihre alltägliche Routine nun wieder ohne Einschränkungen aufnehmen.

Mit dem Ziehen der Fäden am 10. Tag nach Ihrer Leistenbruch-Operation dürfen Sie wieder langsam mit dem Sport beginnen. Bei einigen Sportarten, wie zum Beispiel Gewichtheben, sollte jedoch länger pausiert werden. Dies sollte individuell mit Ihrem Arzt besprochen werden.

Die Kosten einer Leistenbruch-Operation werden von gesetzlichen sowie privaten Krankenkassen vollständig übernommen

Die Experten-Sprechstunde dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose und ersetzt eine Behandlung weder medizinisch noch rechtlich. Die Antworten spiegeln die Meinung des Autors wider und nicht die der Betreiber von www.pluspatient.de

Zuletzt aktualisiert am: 12.10.2020

Facharzt für Chirurgie
Jürgen Gabriel

Leistenbruch, Krampfadern, Proktologie


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