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Experten-Sprechstunde

Homöopathie

Dr. Ivonne Ziegeler

In dieser Experten-Sprechstunde beantwortet ein Experte Fragen von Patienten zum Thema Homöopathie

Der Therapieansatz bei der Homöopathie ist ein anderer. Ihre wichtigste und damit namensgebende Grundannahme ist das von Hahnemann (Begründer der Homöopathie) formulierte Ähnlichkeitsprinzip: “Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden.“ Die Auswahl eines homöopathischen Arzneimittels erfolgt also so, dass es an Gesunden ähnliche Symptome hervorruft wie die, an denen der Kranke leidet. Dabei werden auch psychische Zustände berücksichtigt. Zur Herstellung homöopathischer Arzneimittel werden die Grundsubstanzen einer so genannten Potenzierung unterzogen. Dazu werden sie wiederholt mit Wasser oder Alkohol gemischt oder mit Milchzucker verrieben. Bei so genannten Hochpotenzen sind die Ausgangsstoffe so stark verdünnt, dass sie nicht mehr nachweisbar sind. Genau diese Vorgehensweise führt zur bis heute andauernden Diskussion zwischen Schulmedizinern und Homöopathen, ob die durch homöopathische Medikamentierung erzeugte Wirkung direkt ursächlich nachweisbar ist. Die therapeutischen Erfolge der Homöopathie stehen dabei außer Frage, was dazu geführt hat, dass die Homöopathie eine zunehmende Verbreitung findet. “Wer heilt, hat recht", so denken deshalb in Deutschland zunehmend sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenversicherungen, was die Kostenübernahme bei homöopathischen Behandlungen betrifft. .

Obgleich homöopathische Behandlungen und Arzneimittel nicht direkt im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen enthalten sind, bieten einige Kassen die Präparate aber als Satzungsleistung an und bezahlen unter bestimmten Bedingungen homöopathische Behandlungen bei Ärzten mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“. Private Krankenversicherungen übernehmen in Deutschland in der Regel die Kosten homöopathischer Behandlungen bei allen Ärzten, private Zusatzversicherungen darüber hinaus auch bei Heilpraktikern. Normalerweise werden auch die Kosten der homöopathischen Arzneimittel übernommen.

Nichts, was eine Wirkung hat, ist per Definition frei von Nebenwirkungen. Als Nebenwirkung sehen Homöopathen eine vorübergehende Verstärkung der Symptome an, was man als „Erstverschlimmerung“ bezeichnet. So kann bei niedrigen Potenzstufen homöopathischer Arzneien eine reguläre unerwünschte Arzneimittelwirkung auftreten, weil im Arzneimittel noch nennenswerte Stoffmengen enthalten sind. Beispielsweise kann durch die Anwendung von Mercurius (Quecksilber) eine Nebenwirkung hervorgerufen werden, die einer Quecksilbervergiftung ähnelt. Deshalb gehört die Homöopathie auch in Hände von Medizinern und nicht von Laien. Diese wenden die Homöopathie auch komplementär (ergänzend) zur klassischen Schulmedizin an, denn sie kennen die Möglichkeiten und die Grenzen der Homöopathie.

Der Verzicht auf eine normale medizinische Versorgung kann bei akuten Notfällen lebensgefährlich sein. Es wäre für einen ausgebildeten Homöopathen in solchen Fällen unverantwortlich, sich bewährten schulmedizinischen Behandlungsmethoden zu verschließen. Aber auch bei Erkrankungen, die keine Notfallsituation darstellen, ist die alleinige homöopathische Behandlung nicht unbedingt angezeigt, speziell dann, wenn durch den Verzicht auf schulmedizinische Therapien mit einer nachgewiesenen Wirkung dem Patienten ein Schaden zugefügt werden könnte.

Das ist ein weites Feld. Homöopathische Behandlungen kommen dann zur Anwendung, wenn es sich um chronische Erkrankungen handelt, wenn schulmedizinische Therapien versagen oder beim Patienten Unverträglichkeiten gegen schulmedizinische Arzneien festgestellt wurden. Eine komplette Auflistung des Einsatzbereiches der Homöopathie würde den Rahmen sprengen, ich möchte Ihnen aber einige Beispiele nennen: Vegetative Herz-Kreislaufprobleme, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Migräne, Allergien, Schmerzen, Rückenbeschwerden, nervöse Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, prämenstruelles Syndrom, Hauterkrankungen, Neurodermitis, Asthma, Heuschnupfen, Schwächung des Immunsystems, zu hoher oder zu niedriger Blutdruck, chronische Infekte beispielsweise der Nasennebenhöhlen, Bronchien, Blase, rheumatische Krankheitsbilder, Schwächezustände, zu häufige oder zu starke Regelblutung usw. Auch psychische Erkrankungen wie Schüchternheit, Ängste, Kontaktschwierigkeiten, Aggressivität, Unruhe, Hyperaktivität, Wochenbettdepression usw. können homöopathisch behandelt werden.

Diese Frage hört man häufig von Laien, aber bereits Hahnemann, Begründer der Homöopathie, zeigte sich beeindruckt von der Wirkung der Schutzimpfung und hat sie als Indiz für die Existenz des Ähnlichkeitsprinzips bezeichnet. Verantwortungsvolle, homöopathisch ausgerichtete Mediziner lehnen Impfungen nicht grundsätzlich ab und halten sie grundsätzlich für sinnvoll.

Einer homöopathischen Behandlung geht immer eine ausführliche Anamnese (Voruntersuchung) voraus. Sie besteht aus einem intensiven Gespräch, in dem die Vorerkrankungen des Patienten in Erfahrung gebracht, die Lebensgewohnheiten, Gedanken, Ängste und Sorgen in das Gesamtbild mit eingeschlossen und auch die Erkrankungen von Familienmitgliedern erörtert werden. Daran schließt sich eine körperliche Untersuchung an, um Hinweise auf eine mögliche Medikamentierung zu finden. Dies kann zwischen 30 Minuten und 2 Stunden in Anspruch nehmen. In der Regel erfolgt dann das Verschreiben eines homöopathischen Medikaments und es werden Hinweise gegeben, wie dies einzunehmen ist. Bei der Behandlung chronischer Erkrankungen sind mehrere Termine notwendig, um die Behandlungs-Fortschritte zu überwachen und gegebenenfalls ergänzende Therapien einbeziehen zu können.

Die Experten-Sprechstunde dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose und ersetzt eine Behandlung weder medizinisch noch rechtlich. Die Antworten spiegeln die Meinung des Autors wider und nicht die der Betreiber von www.pluspatient.de


Hausärztin
Dr. Ivonne Ziegeler

Klassische Homöopathie & Komplementärmedizin


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Dr. Ivonne Ziegeler

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