Pluspatient - das Ärzteportal von Patienten für Patienten

Pluspatient - das Ärzteportal von Patienten für Patienten

PlusPatient Finde uns
auf Facebook

facebook.com/PlusPatient

Expertensprechstunde:

Homöopathie

Die Allgemeinmedizinerin Dr. Ivonne Ziegeler beantwortet uns im Rahmen dieser Expertensprechstunde Fragen von Patienten.

 

> zum Experten-Profil von Dr. Ivonne Ziegeler

Spezialisten für Homöopathie

Hier finden Sie unsere bundesweite Arztsuche mit Spezialisten für Homöopathie

Behandler für Homöopathie
Banner Image

Was unterscheidet homöopathische Medizin von “normaler“ Schulmedizin?

Der Therapieansatz bei der Homöopathie ist ein anderer. Ihre wichtigste und damit namensgebende Grundannahme ist das von Hahnemann (Begründer der Homöopathie) formulierte Ähnlichkeitsprinzip: “Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden.“ Die Auswahl eines homöopathischen Arzneimittels erfolgt also so, dass es an Gesunden ähnliche Symptome hervorruft wie die, an denen der Kranke leidet. Dabei werden auch psychische Zustände berücksichtigt. Zur Herstellung homöopathischer Arzneimittel werden die Grundsubstanzen einer so genannten Potenzierung unterzogen. Dazu werden sie wiederholt mit Wasser oder Alkohol gemischt oder mit Milchzucker verrieben. Bei so genannten Hochpotenzen sind die Ausgangsstoffe so stark verdünnt, dass sie nicht mehr nachweisbar sind. Genau diese Vorgehensweise führt zur bis heute andauernden Diskussion zwischen Schulmedizinern und Homöopathen, ob die durch homöopathische Medikamentierung erzeugte Wirkung direkt ursächlich nachweisbar ist. Die therapeutischen Erfolge der Homöopathie stehen dabei außer Frage, was dazu geführt hat, dass die Homöopathie eine zunehmende Verbreitung findet. “Wer heilt, hat recht", so denken deshalb in Deutschland zunehmend sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenversicherungen, was die Kostenübernahme bei homöopathischen Behandlungen betrifft. .

Wie ist denn die Kostenübernahme von homöopathischen Behandlungen geregelt?

Obgleich homöopathische Behandlungen und Arzneimittel nicht direkt im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen enthalten sind, bieten einige Kassen die Präparate aber als Satzungsleistung an und bezahlen unter bestimmten Bedingungen homöopathische Behandlungen bei Ärzten mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“. Private Krankenversicherungen übernehmen in Deutschland in der Regel die Kosten homöopathischer Behandlungen bei allen Ärzten, private Zusatzversicherungen darüber hinaus auch bei Heilpraktikern. Normalerweise werden auch die Kosten der homöopathischen Arzneimittel übernommen.

Ich habe gehört, dass homöopathische Behandlungen nebenwirkungsfrei seien. Stimmt das??

Nichts, was eine Wirkung hat, ist per Definition frei von Nebenwirkungen. Als Nebenwirkung sehen Homöopathen eine vorübergehende Verstärkung der Symptome an, was man als „Erstverschlimmerung“ bezeichnet. So kann bei niedrigen Potenzstufen homöopathischer Arzneien eine reguläre unerwünschte Arzneimittelwirkung auftreten, weil im Arzneimittel noch nennenswerte Stoffmengen enthalten sind. Beispielsweise kann durch die Anwendung von Mercurius (Quecksilber) eine Nebenwirkung hervorgerufen werden, die einer Quecksilbervergiftung ähnelt. Deshalb gehört die Homöopathie auch in Hände von Medizinern und nicht von Laien. Diese wenden die Homöopathie auch komplementär (ergänzend) zur klassischen Schulmedizin an, denn sie kennen die Möglichkeiten und die Grenzen der Homöopathie.

Wo sind denn die Grenzen der Homöopathie?

Der Verzicht auf eine normale medizinische Versorgung kann bei akuten Notfällen lebensgefährlich sein. Es wäre für einen ausgebildeten Homöopathen in solchen Fällen unverantwortlich, sich bewährten schulmedizinischen Behandlungsmethoden zu verschließen. Aber auch bei Erkrankungen, die keine Notfallsituation darstellen, ist die alleinige homöopathische Behandlung nicht unbedingt angezeigt, speziell dann, wenn durch den Verzicht auf schulmedizinische Therapien mit einer nachgewiesenen Wirkung dem Patienten ein Schaden zugefügt werden könnte.

Was sind die Haupteinsatzbereiche der Homöopathie?

Das ist ein weites Feld. Homöopathische Behandlungen kommen dann zur Anwendung, wenn es sich um chronische Erkrankungen handelt, wenn schulmedizinische Therapien versagen oder beim Patienten Unverträglichkeiten gegen schulmedizinische Arzneien festgestellt wurden. Eine komplette Auflistung des Einsatzbereiches der Homöopathie würde den Rahmen sprengen, ich möchte Ihnen aber einige Beispiele nennen: Vegetative Herz-Kreislaufprobleme, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Migräne, Allergien, Schmerzen, Rückenbeschwerden, nervöse Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, prämenstruelles Syndrom, Hauterkrankungen, Neurodermitis, Asthma, Heuschnupfen, Schwächung des Immunsystems, zu hoher oder zu niedriger Blutdruck, chronische Infekte beispielsweise der Nasennebenhöhlen, Bronchien, Blase, rheumatische Krankheitsbilder, Schwächezustände, zu häufige oder zu starke Regelblutung usw. Auch psychische Erkrankungen wie Schüchternheit, Ängste, Kontaktschwierigkeiten, Aggressivität, Unruhe, Hyperaktivität, Wochenbettdepression usw. können homöopathisch behandelt werden.

Ich bin kein Freund von Impfungen, kann Homöopathie Schutzimpfungen ersetzen?

Diese Frage hört man häufig von Laien, aber bereits Hahnemann, Begründer der Homöopathie, zeigte sich beeindruckt von der Wirkung der Schutzimpfung und hat sie als Indiz für die Existenz des Ähnlichkeitsprinzips bezeichnet. Verantwortungsvolle, homöopathisch ausgerichtete Mediziner lehnen Impfungen nicht grundsätzlich ab und halten sie grundsätzlich für sinnvoll.

Wie läuft eine homöopathische Behandlung ab?

Einer homöopathischen Behandlung geht immer eine ausführliche Anamnese (Voruntersuchung) voraus. Sie besteht aus einem intensiven Gespräch, in dem die Vorerkrankungen des Patienten in Erfahrung gebracht, die Lebensgewohnheiten, Gedanken, Ängste und Sorgen in das Gesamtbild mit eingeschlossen und auch die Erkrankungen von Familienmitgliedern erörtert werden. Daran schließt sich eine körperliche Untersuchung an, um Hinweise auf eine mögliche Medikamentierung zu finden. Dies kann zwischen 30 Minuten und 2 Stunden in Anspruch nehmen. In der Regel erfolgt dann das Verschreiben eines homöopathischen Medikaments und es werden Hinweise gegeben, wie dies einzunehmen ist. Bei der Behandlung chronischer Erkrankungen sind mehrere Termine notwendig, um die Behandlungs-Fortschritte zu überwachen und gegebenenfalls ergänzende Therapien einbeziehen zu können.


Mehr Informationen

Weiterführende Informationen zum Thema "Homöopathie" oder zu unserem Experten, Frau Dr. Ivonne Ziegeler aus Hamburg, finden Sie hier:

> zum Experten-Profil von Frau Dr. Ivonne Zieleger

> zur Praxis-Hompage

Spezialisten für Homöopathie

Hier finden Sie unsere bundesweite Arztsuche mit Spezialisten für Homöopathie

Behandler für Homöopathie
Banner Image

Übermittlung Ihrer Stimme...

Bewertungen: 4.5 von 5. 2 Stimme(n). Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.

zurück zur Übersicht