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Experten-Sprechstunde

ADS/ADHS

Dr. Martin Köhrer

In dieser Experten-Sprechstunde beantwortet ein Experte Fragen von Patienten zum Thema ADS/ADHS

Hinter dem Kürzel ADHS verbirgt sich als Name entweder die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung oder das Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom. Als Syndrom bezeichnet man normalerweise ein in seiner Komplexität nicht vollverstandenes Krankheitsbild. Da ADHS erst seit knapp 15 Jahren als Krankheit begriffen wird, ist es verständlich, dass verschiedene Therapieansätze verfolgt werden. Eine gute Diagnose stellt die Basis einer erfolgreichen Therapie von ADS/ADHS dar, da die Symptome von ADS/ADHS häufig wie normale Begleiterscheinungen der Entwicklung des Kindes auftreten.

Als Praxis für ganzheitliche Medizin haben wir bei ADHS sowohl den psychologischen als auch den schulmedizinischen Aspekt im Auge. Das bedeutet, dass wir uns sehr wohl auch die Ernährungsweise und die Blutwerte von ADHS-Patienten anschauen. Bei dieser Betrachtungsweise finden wir sehr häufig ähnliche Laborbefunde. Ich stelle Ihnen einige typische Laborbefunde von ADHS-Kindern vor:

  • Häufig finden wir einen gestörten Dopaminstoffwechsel.
  • Gleiches gilt für einen gestörten Serotoninstoffwechsel.
  • Der Stickstoffmonoxidstoffwechsel ist oft krankhaft.
  • Häufig liegt ein funktioneller intrazellulärer Vitamin B 12 - Mangel vor.
  • Gleiches gilt in für einen Kalium-, Magnesium-  und Zinkmangel.
  • Häufig beobachten wir auch einen massiven Vitamin D3 - Mangel.
  • Zudem ist oft ein aus den Fugen geratener Cortisolstoffwechsel zu erkennen. 

ADHS-Kinder, die solche Laborwerte aufweisen, zeigen immer schwere Probleme bezüglich einer dauerhaften extremen Unruhe, Koordinationsdefiziten und einer sehr geringen Fähigkeit zur Fokussierung.

Die Ursachen liegen häufig in einer extrem einseitigen Ernährungsweise der Kinder. Sie ist stark kohlenhydratlastig, d.h. die Kinder bevorzugen viele Süßigkeiten und Essen große Mengen, dennoch nehmen Sie unzureichend an Gewicht zu. Man spricht dann von "billigen Nahrungsmitteln". Die dadurch hervorgerufenen Mangelzustände im Körper des Kindes begünstigen, dass "Daddelmaschinen" jedweder Form (Spielekonsolen, Computer, Fernsehen etc.) als Zeitvertreib bevorzugt werden. Das verstärkt wiederum das Krankheitsbild.

Zunächst einmal müssen die Mangelerscheinungen, also die Ursache der Krankheit, beseitigt werden. Dies geschieht durch Verabreichung beispielsweise von Vitamin-, Spurenelement- und Elektrolytgaben entsprechend der gemessenen Defizite. Darüber hinaus erfolgen Gaben von Omega-3-Fettsäuren, Vitamin B 12, Vitamin D3,  Folsäure und Biotin. 

Darüber hinaus klären wir die Eltern intensiv über hochwertiges Essen auf. Dieser Punkt darf nicht unterschätzt werden, denn häufig sind ADHS-Kinder bereits auf Nahrungsmittel mit starken Aromastoffen und Geschmacksverstärkern fixiert. Dann müssen wir gemeinsam mit den Eltern eine familiäre Nahrungsumstellung vornehmen.

Methylphenidat-Präparate werden derzeit bei ADHS häufig verschrieben. Dabei handelt es sich um Amphetaminabkömmlinge, deren Nebenwirkungen erheblich sein können. Zu den Nebenwirkungen gehören verstärkte Nervosität, Übelkeit, verminderten Appetit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Aggressionen, Verstopfung, übermäßiges Schwitzen und Gewichtsverlust, um nur einige zu nennen. 

Da der Druck auf die Eltern beispielsweise von Seiten der Schule erheblich sein kann, da ADHS-Kinder einen normalen Unterricht de facto lahmlegen, wächst der Druck auf die ADHS-Therapeuten, Methylphenidat zu verschreiben. Im Rahmen der oben genannten therapeutischen Maßnahmen ist die Einnahme von Methylphenidat nicht unbedingt wünschenswert, denn Methylphenidat stoppt den Appetit und macht eine Ernährungsumstellung in der Regel schwieriger.

Sie sprechen die sogenannten komorbiden Problematiken an. Dazu gehören bei Kindern und Erwachsenen u.a.:  

  • Eingeschränktes Einfühlungsvermögen
  • Lernprobleme und geringere Schulbildung
  • Beeinträchtigte Beziehungen zu Eltern und anderen Familienmitgliedern
  • Schlechte Beziehungen zu Gleichaltrigen
  • Schlechte Handschrift
  • Schulverweise und das sogenannte "Sitzenbleiben"
  • Schwierigkeiten in der Regulation der eigenen Gefühle
  • Probleme beim Finden von Distanz und Nähe zu anderen Menschen
  • Höheres Unfallrisiko, auch als Fahrer im Straßenverkehr 

Diese Aufzählung dient in erster Linie dazu, Patienten und Angehörige zu sensibilisieren.

Wenn Sie befürchten, dass Ihr Kind oder ein Angehöriger von Ihnen an ADHS leidet, dann gehen Sie die Sache so rasch wie möglich an. Warten Sie nicht auf eine Katastrophe, denn ADHS ist erfolgreich behandelbar, wenn auch der individuelle Weg sehr unterschiedlich sein kann.

Die Experten-Sprechstunde dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose und ersetzt eine Behandlung weder medizinisch noch rechtlich. Die Antworten spiegeln die Meinung des Autors wider und nicht die der Betreiber von www.pluspatient.de

Zuletzt aktualisiert am: 08.10.2020

Kinderarzt
Dr. Martin Köhrer

Ganzheitliche Kindermedizin & Manuelle Therapie


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