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Magnetresonanztomographie (MRT)

Mit der Magnetresonanztomographie, die auch unter den Bezeichnungen Kernspintomographie und MRI bekannt ist, können detaillierte Schichtbilder des menschlichen Körpers angefertigt werden. Der Patient liegt hierfür in einer röhrenförmigen Apparatur. Im Gegensatz zur Computertomographie (CT) werden keine Röntgenstrahlen eingesetzt, sondern Magnetfelder und elektromagnetische Frequenzen im Radiowellenbereich.

So funktioniert die Kernspintomographie

Die Atome des menschlichen Gewebes, insbesondere die mit Abstand am zahlreichsten vertretenen Wasserstoffatome, reagieren auf das erzeugte Magnetfeld, indem sie sich daran ausrichten (Resonanz). Durch weitere Magnetfelder und Radiowellen kann hierauf nun gezielter Einfluss genommen werden. Die bei der Rückkehr der Atomkerne in die Ausrichtung am Basis-Magnetfeld der Röhre entstehenden elektrischen Signale können erfasst und in ein detailliertes Schichtbild umgerechnet werden.

Die Bildkontraste entstehen unter anderem durch den unterschiedlichen Gehalt an Wasserstoff-Atomen in verschiedenen Gewebearten wie Knochen und Muskeln und deren abweichenden Relaxationszeiten (Übergang in den Ausgangszustand bzw. ein Gleichgewicht). Mit sehr energiearmen Radiowellen (Frequenzen im Meterbereich) können durch die MRT Bildpunkte im Submillimeterbereich abgebildet werden.

Das von heutigen Magnetresonanztomographen erzeugte Magnetfeld ist bis zu 150.000 Mal so stark wie das Magnetfeld der Erde, und immer leistungsfähigere Apparaturen kommen auf den Markt – gesundheitliche Risiken sind nicht bekannt, umfassend erforscht ist die Auswirkung der starken Magnetfelder auf den menschlichen Organismus jedoch nicht.

Untersuchungsablauf

Im Vorgespräch informiert der Radiologe darüber, welche medizinischen Informationen er noch benötigt, um die Untersuchung durchführen zu können. Beispielsweise muss er den Kreatinin-Wert seines Patienten kennen, um dessen Nierenfunktion einschätzen zu können. Der Kreatinin-Wert sollte etwa eine Woche vor der Untersuchung vom Hausarzt bzw. dem überweisenden Arzt durch eine Blutuntersuchung ermittelt werden.

Sämtliche metallhaltigen Gegenstände müssen abgelegt werden – bereits Schminke oder eine BH-Schnalle kann das Untersuchungsergebnis verfälschen. In bestimmten Fällen muss vor oder während der Untersuchung ein Kontrastmittel verabreicht werden, das in der Regel gut verträglich ist, sofern keine Allergien hiergegen vorliegen. Die Dauer der Untersuchung hängt vom Befund ab und beträgt zwischen 20 und 40 Minuten.

Der Patient wird auf dem Rücken liegend in den röhrenförmigen Magneten geschoben. Während der gesamten Untersuchungsdauer sollte er ruhig und mit geschlossenen Augen liegenbleiben. Arme und Beine dürfen nicht verschränkt werden, da dies durch die Erzeugung von Induktionsschleifen sogar zu Hautverbrennungen führen kann. Bei kleinen Kindern und nicht zurechnungsfähigen Patienten kann eine medikamentöse Ruhigstellung notwendig sein, was eine Überwachung des Kreislaufs mittels eines an einem Finger befestigten Pulsoxymeters erfordert.

Während der Untersuchung sind laute Klopfgeräusche zu hören, die durch die elektromagnetischen Schaltkreise entstehen und keinen Grund zur Beunruhigung darstellen. In der Regel erhält der Patient Ohrstöpsel oder Kopfhörer, über die er während des MRTs ausgesuchte Musik genießen kann.

Anwendungen der MRT

Die Anwendungen der Magnetresonanztomographie sind sehr vielfältig. Sie eignet sich hervorragend dazu, weiche Gewebestrukturen wie Herz und Bauchorgane abzubilden. Einen besonderen Stellenwert hat die Kernspintomographie für die Beurteilung von Gehirn und Rückenmark sowie von Gelenken, Weichteil-, Leber- und Nebennierentumoren sowie Erkrankungen der Gallengänge. Weitere wichtige Untersuchungsfelder sind unter anderem Bandscheiben, Muskeln und Blutgefäße.

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Zuletzt aktualisiert am: 28.10.2020

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Dr. Frank Schubert
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Magnetresonanztomographie

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