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Experten-Sprechstunde

Neugeborenenbetreuung

Dr. Martin Köhrer

In dieser Experten-Sprechstunde beantwortet ein Experte Fragen von Patienten zum Thema Neugeborenenbetreuung

Die Ernährung eines gesunden Neugeborenen mit Muttermilch ist grundsätzlich optimal. Lediglich bei ca. 5-10 % der Mütter funktioniert das Stillen nicht oder nicht vollständig. Dafür gibt es hervorragende Neugeborenen-Nahrung, die das Kind mit allem Nötigen versorgt. Heutzutage verfügen wir auch über Säuglingsnahrung, die eine Allergieprävention möglich macht. 

Eine vorübergehende Zufütterung kann bei verzögertem Milcheinschuss notwendig sein. Gerade bei Müttern, die bereits das 40. Lebensjahr überschritten haben, sollte man diese Möglichkeit im Auge behalten. Ansonsten empfiehlt sich eine reine Flüssigkeitszufuhr bei:

  • Durstfieber
  • ausgeprägter Unruhe des Kindes (Durst)
  • hoher Umgebungstemperatur, wie beispielsweise im Sommer
  • Neugeborenen, die deutlich "zu spät" geboren wurden

Kinder von Müttern mit Diabetes während der Schwangerschaft neigen zur Unterzuckerung. Genau wie bei untergewichtigen Neugeborenen oder Frühgeborenen sollten sie eine frühzeitige Zufütterung erhalten, denn sie neigen zu Unterzuckerung, die im Einzelfall gefährlich werden kann.

Viele Krankenhäuser bieten die so genannte ambulante Geburt an, die die Sicherheit einer Klinikgeburt mit der Möglichkeit eines schnellen Eingreifens im Problemfall bietet. Normalerweise kann dann die Mutter mit ihrem neugeborenen Kind die Klinik nach 6 Stunden wieder verlassen, sofern keine Risikofaktoren vorliegen. 

Eine ambulante Geburt ist dann nicht empfehlenswert, wenn 

  • Das neugeborene Kind nach der Geburt Auffälligkeiten zeigt oder
  • Schwangerschaft und Geburt sich kompliziert dargestellt haben und sich ein erhöhtes Risiko abzeichnet.

Die häufigsten Risiken sind:

  • erhöhtes Infektionsrisiko durch

    • B- Streptokokken-Nachweis bei der Mutter
    • Infektionen bei der Mutter
    • ein Blasenssprung mehr als 18 h vor der Geburt

  • Komplikationen während der Geburt
  • verabreichte starke Schmerzmittel während der Geburt
  • zu kleine oder zu schwere Neugeborene
  • Herzrhythmusstörungen
  • Frühgeburt 

Trotz dieser Risiken können die Neugeborenen häufig bei ihrer Mutter bleiben und von ihr überwacht werden. Einige Neugeborene jedoch müssen professionell überwacht werden und können deshalb nicht bei ihren Müttern verbleiben.

In der Regel erhalten Sie in den ersten Tagen nach der Entlassung aus der Klinikbetreuung eine Beratung durch ihre Hebamme. Scheuen Sie sich aber nicht einen Kinderarzt zur Neugeborenen-Betreuung hinzuzuziehen, wenn sie um ihre oder die Gesundheit Ihres Kindes fürchten. 

Nachdem die erste klinische Untersuchung des Neugeborenen (U1) normalerweise unmittelbar nach der Geburt durch die Hebamme erfolgt ist, wird die zweite empfohlene Vorsorgeuntersuchung (U2) von einem Kinderarzt ab der 72. Lebensstunde durchgeführt. 

Läuft alles normal, erfolgt die nächste Untersuchung beim Kinderarzt, wenn der Säugling 4-6 Wochen alt ist (U3). Bei der U3 werden die anstehenden Impfungen besprochen. Etwa ab der zweiten Lebenswoche sollte die Prophylaxe gegen Rachitis (Vitamin D) und Karies (Fluoride) D-Fluoretten beginnen. Geben Sie Ihrem Kind dazu einmal täglich eine in etwas Flüssigkeit aufgelöste Tablette.

Wissenschaftliche Untersuchungen zum plötzlichen Kindstod (SIDS) haben gezeigt, dass eine Vielzahl möglicher Ursachen durch einfache Maßnahmen bei Ihnen zuhause vermieden werden können. Dazu gehören: 

  • Sorgen Sie für eine rauchfreie Umgebung
  • Legen Sie Ihr Kind zum Schlafen auf den Rücken
  • Lassen Sie Ihr Kind (bei Ihnen im Zimmer) im eigenen Bett schlafen
  • Verwenden Sie möglichst einen Schlafsack, so kann der Kopf des Säuglings nicht unter die Bettdecke rutschen. Verwenden Sie keine Kissen.
  • Vermeiden Sie eine Überwärmung Ihres Kindes: 18 °C Raumtemperatur und ein Schlafsack reichen aus!
  • Falls Ihr Kind an einen Schnuller gewöhnt ist, geben Sie diesen zu seinem Schlaf

Neugeborenenbetreuung ist die enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, Kinderarzt und Hebamme. Halten sie mit Fragen nicht hinter dem Berg. Fragen Sie lieber zweimal, wenn Sie etwas nicht genau verstanden haben, jeder hat dafür Verständnis, dass Sie sich in einer Ausnahmesituation befinden. 

Ich möchte noch einmal auf den Plötzlichen Kindstod zurückkommen. Trotz vieler anderslautender Dinge, die man so zu hören bekommt, möchte ich mit folgendem Rat abschließen: Säuglinge, die die empfohlenen Impfungen erhalten, haben auch ein geringeres Risiko am plötzlichen Kindstod zu sterben als ungeimpfte Kinder.

Die Experten-Sprechstunde dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose und ersetzt eine Behandlung weder medizinisch noch rechtlich. Die Antworten spiegeln die Meinung des Autors wider und nicht die der Betreiber von www.pluspatient.de

Zuletzt aktualisiert am: 25.02.2020

Kinderarzt
Dr. Martin Köhrer

Ganzheitliche Kindermedizin & Manuelle Therapie


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