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Experten-Sprechstunde

Geburtsmedizin

Dr. Bertram Pielmeier

In dieser Experten-Sprechstunde beantwortet ein Experte Fragen von Patienten zum Thema Geburtsmedizin

Die Geburtsmedizin stellt einen großen Bereich in der Gynäkologie dar. Im Grunde geht es bei der Geburtsmedizin sowohl um die begleitende medizinische Betreuung während einer Schwangerschaft als auch nach der Geburt. Dabei kommen unterschiedliche Behandlungen in Frage, die die Gesundheit des Ungeborenen  und der werdenden Mutter sicherstellen sollen.

Neben herkömmlichen Untersuchungen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge, befasst sich die Geburtsmedizin auch mit der Behandlung von Schwangerschaftsproblemen und möglichen Komplikationen, die negative Auswirkungen auf den Verlauf der Schwangerschaft haben könnten. In diesem Zusammenhang ist vor allem die pränatale Diagnostik ein Schlagwort.

Als pränatale Diagnostik bezeichnet man Diagnoseverfahren im Rahmen der Geburtsmedizin, die der Erkennung von fetalen Erkrankungen im Mutterleib dienen. Heutzutage stehen uns Gynäkologen verschiedene invasive als auch nichtinvasive Methoden zur Verfügung, durch die wir Erkrankungen eines Embryos in verschiedenen Stadien der Schwangerschaft erkennen können. Liegt eine Erkrankung vor, geben uns diese Untersuchungen die Möglichkeit, vor- oder nachgeburtliche Therapien planen zu können.

Zu den invasiven Methoden zählen z. B. Fruchtwasseruntersuchung, Chorionzottenbiopsie oder Nabelschnurpunktion. Man nennt Untersuchungen invasiv, weil hierbei mit einer Punktionsnadel Gewebe oder Flüssigkeit aus der Nabelschnur, Fruchthöhle oder aus dem Mutterkuchen entnommen werden muss. Die Befunde, die sich aus diesen Untersuchungen ergeben, sind sehr zuverlässig und geben Aufschluss über mögliche genetische Erkrankungen des Embryos.  Als nichtinvasive Diagnosemethode bezeichnet man im Gegenzug dazu z.B. die Untersuchung mit Hilfe des Ultraschallgeräts.

Wie viele von Ihnen bestimmt bereits wissen, gehören Übelkeit und Erbrechen zu den häufigsten Beschwerden in der ersten Zeit der Schwangerschaft. Bei dieser Art der Schwangerschaftsprobleme besteht allerdings keine Gefahr für die Schwangere oder das ungeborene Kind. Problematisch wird es wirklich erst, wenn keine bzw. kaum Nahrung und Flüssigkeiten bei sich behalten werden können. Dadurch kann es zur Störung des Stoffwechsels und der Beeinträchtigung der Leberfunktion kommen. Eine Infusion und übelkeitsunterdrückende Medikamente helfen diese Probleme zu behandeln.

Weitere Beschwerden, die während einer Schwangerschaft auftreten können sind z. B. Bluthochdruck, Schwangerschaftsvergiftung, Kreislaufprobleme  sowie die Verschlimmerung von bereits bestehenden Krankheiten, wie z.B. Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen aufgrund der hormonellen Umstellung des Körpers.

Ja, es ist durchaus möglich, dass Sie plötzlich unter Bluthochdruck leiden, auch wenn Sie vor der Schwangerschaft gar keine Probleme damit hatten. Leicht erhöhte Werte sind zunächst unbedenklich. Ab Werten oberhalb von 140/90 sollten jedoch blutdrucksenkende Medikamente zum Einsatz kommen.

Kommen zum Bluthochdruck noch erhöhte Eiweißwerte im Urin sowie verstärkte Wassereinlagerungen, auch Ödeme genannt, hinzu, spricht man von einer Schwangerschaftsvergiftung. Je nach Ausmaß kann eine Schwangerschaftsvergiftung schlimme Folgen haben und muss daher frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Wird eine Schwangerschaftsvergiftung nicht behandelt kann sie beim Ungeborenen z.B. zur Wachstumsretardierung (Entwicklungsstörung) und vorzeitiger Lösung der Plazenta  und bei werdenden Müttern zu epilepsieähnlichen Krämpfen oder zu Multiorganschäden mit Todesfolge führen.

Da heutzutage jedoch regelmäßige Untersuchungen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge  und Geburtsmedizin durchgeführt werden, werden die Vorstufen einer Schwangerschaftsvergiftung in der Regel rechtzeitig erkannt, sodass die Folgen immer seltener auftreten.

In der Geburtsmedizin spricht man von Rhesusunverträglichkeit, wenn das Abwehrsystem der Mutter während einer Schwangerschaft auf bestimmte Blutgruppenmerkmale des kindlichen Blutes reagiert. Dabei zerstören spezielle Rhesus-Antikörper die roten Blutkörperchen des Kindes. Eine Rhesusunverträglichkeit kann allerdings erst bei einer zweiten Schwangerschaft auftreten.

Bei der Geburt des ersten Kindes kann es zum Blutkontakt zwischen Mutter und Kind kommen. Besitzen Mutter und Kind dabei unterschiedliche Blutgruppen, entwickelt die Mutter eine Unverträglichkeit, es entstehen Rhesus-Antikörper im Blut der Mutter, die gefährlich für das Kind der nächsten Schwangerschaft werden können. Die Entwicklung von Rhesus-Antikörpern kann jedoch auch beispielsweise durch eine Bluttransfusion entstehen.

Die Zerstörung der roten Blutkörperchen des Kindes kann dabei fatale Folgen haben. Um eine Rhesusunverträglichkeit zu verhindern, ist es möglich Schwangeren bzw. frischentbundenen Müttern ein Medikament zu spritzen. Dabei werden die rhesus-positiven Merkmale, die vom Blutkreislauf des Kindes in den der Mutter gelangen können, abgefangen.

Die Experten-Sprechstunde dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose und ersetzt eine Behandlung weder medizinisch noch rechtlich. Die Antworten spiegeln die Meinung des Autors wider und nicht die der Betreiber von www.pluspatient.de

Zuletzt aktualisiert am: 25.02.2020

Frauenarzt
Dr. Bertram Pielmeier

Frauenarzt und Geburtsmedizin


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