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Expertensprechstunde:

Darmspiegelung - Ablauf, Dauer und Kosten

Der Internist und Gastroenterologe Prof. Dr. Andreas Raedler aus Hamburg beantwortet uns im Rahmen dieser Expertensprechstunde Fragen von Patienten.

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Wie ist der Ablauf einer Darmspiegelung?

Einen Tag vor der eigentlichen Darmspiegelung – der Koloskopie – beginnen die Vorbereitungen für diese, die Reinigung des Darmes. Diese kann der Patient alleine und zuhause durchführen. Das genaue Procedere wird dem Patienten selbstverständlich in einem ausführlichen Vorgespräch erläutert, aber prinzipiell besteht diese Reinigung aus der Aufnahme einer speziellen Flüssigkeit, die den zu spiegelnden Darm reinigt. Der Enddarm selbst wird kurz vor der Spiegelung durch die Nutzung eines Einlaufs (Klysma) gereinigt. 

Die Darmspiegelung selbst kann in einem Dämmerschlaf erfolgen, kann aber auch bei „normalem“ Bewusstsein durchgeführt werden. Diese Entscheidung treffen Sie mit dem Behandler gemeinsam. 

Die Koloskopie beginnt mit dem Einführen eines flexiblen Schlauches durch den After. An diesem Schlauch sind eine Kamera und eine Lichtquelle „befestigt“, die dem Behandler die Möglichkeit geben, Ihren Darm genau zu untersuchen.

Ebenfalls besteht die Möglichkeit, über diesen Schlauch Behandlungsinstrumente einzusetzen, um Proben zu entnehmen oder z.B. Polypen abzutragen. 

Der Schlauch wird nun bis zu dem im Vorfeld besprochenen Ort des „Untersuchungsbeginns“ vorgeschoben, der je nach Krankheitsbild oder Untersuchungsumfang verschieden sein kann. Dort angekommen wird der Darm mit Luft befüllt und die Untersuchung mit den bereits erwähnten Utensilien erfolgt schrittweise beim Herausziehen des Schlauches.

Wie steht es mit den Kosten einer Darmspiegelung?

Die Kosten einer Darmspiegelung unterscheiden sich je nach Untersuchungsaufwand und der gewünschten Anästhesie. 

Sollte Ihre Krankenkasse die Kosten nicht übernehmen, können Sie von einer Kostensituation zwischen 300EUR und 450EUR incl. der Laborkosten aber zzgl. der Anästhesiekosten ausgehen.

Werden die Kosten für eine Darmspiegelung von der Krankenkasse übernommen?

Ihre Krankenkasse übernimmt die Kosten einer Koloskopie, also einer Darmspiegelung, wenn Sie

  • einer Risikogruppe angehören, also z.B. bereits Familienmitglieder erster Ordnung an Darmkrebs erkrankt sind.
  • an einer chronischen Darmerkrankung leiden, wie z.B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.
  • Blutungen über den Anus bemerkt haben.
  • das Mindestalter für die Darmkrebsvorsorge-Programme Ihrer Krankenkasse erreicht haben. 

Ihre individuelle Situation – auch die Übernahme der Kosten durch Ihre Krankenkasse – besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt. Er wird Ihnen gerne Auskunft hierzu geben.

Wie lange dauert eine Darmspiegelung?

Die Dauer der Koloskopie ist sehr vom Behandlungs- und Untersuchungsumfang, sowie vom Befund abhängig. Die eigentliche Untersuchung dauert in der Regel 20-30 Minuten. 

Als Patient sollten Sie aber ein großzügiges Zeitfenster einplanen, da die Untersuchungsvorbereitungen und die Besprechung der Ergebnisse einige Zeit in Anspruch nehmen kann. 

Sollten Sie sich zudem für eine Untersuchung unter Dämmerschlaf entscheiden, brauchen Sie auch ein wenig Zeit, um diesen zu „verarbeiten“. 

Auf das Führen von Kraftfahrzeugen am Tag der Untersuchung müssen Sie in diesem Fall auch verzichten, sollten sich also bereits im Vorfeld um geeignete Hilfestellung bemühen.

Wann muss/sollte eine Darmspiegelung gemacht werden?

Eine Darmspiegelung sollten Sie durchführen lassen, wenn:

  • Sie das Risikoalter für eine Darmkrebserkrankung erreicht haben.
  • Sie zu einer Risikogruppe (familiäres Umfeld, familiäre Prädisposition) für Darmkrebserkrankungen gehören.
  • Sie bereits unter chronischen Darmerkrankungen leiden, wie z.B. Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn.
  • Sie unter analen Erkrankungen, wie z.B. Fistelbildungen oder Polypen, leiden.
  • Sie anale Blutabgänge bemerken, bzw. bei einem positiven Hämocult-Test.
  • plötzlich im Rahmen einer Blutuntersuchung die Zahl Ihrer roten Blutkörperchen oder der Eisenwert unerklärlich abgesunken ist.
  • Ihr Hausarzt aufgrund von hinterfragungswürdigen Begleiterscheinungen, wie z.B. nicht erklärlichem Gewichtsverlust, Müdigkeit oder Abgeschlagenheit, diese empfiehlt.

Verursacht eine Darmspiegelung Schmerzen?

Eine Darmspiegelung wird von Patienten ganz unterschiedlich empfunden. Wenn Sie sich für eine Behandlung in Dämmerschlaf entscheiden, werden Sie keinerlei Schmerzen empfinden, bei einer Durchführung ohne diese ist die „Darmempfindlichkeit“ des Einzelnen entscheidend. 

Man verspürt die Lage des Koloskops und den durch die einströmende Luft entstehenden Druck, der mit Blähungsbeschwerden vergleichbar ist. 

Sie haben jederzeit während der Untersuchung jedoch die Möglichkeit, auf eine Behandlung unter Anästhesie zu wechseln.

Gibt es irgendwelche Nebenwirkungen nach einer Darmspiegelung?

Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen einer Koloskopie können sein:

  • Perforationen und Blutungen des Darmes, beispielsweise nach Abtragen eines Polypen, treten nur in seltenen Fällen auf. Dies kann starke Bauchschmerzen und unter Umständen Fieber und Schüttelfrost hervorrufen.
  • Bedingt durch Abtragungsstellen kann es zu analen Blutungen kommen. 

Treten diese Beschwerden bei Ihnen auf, konsultieren Sie bitte umgehend Ihren behandelnden Arzt oder suchen die Ambulanz eines Aufnahmekrankenhauses auf. 

In den meisten Fällen treten lediglich vermehrte Flatulenzen (Blähungen) auf, gelegentlich begleitet von leichten Darmkrämpfen. Diese Symptome verschwinden jedoch zumeist innerhalb weniger Stunden. Unterstützend können Sie sich vermehrt bewegen.


Mehr Informationen

Weiterführende Informationen zum Thema "Darmspiegelung" oder zu unserem Experten, Herrn Prof. Dr. Andreas Raedler aus Hamburg, finden Sie hier:

 

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